ByeBye Lanping

Die letzten Tage sind gezählt…zumindest was meine Zeit in Lanping betrifft. Die letzte Unterrichtswoche ist vorbei, die Hygieneboxen sind abgebaut und der Kleidercontainer bereits an die lokale Youth League abgegeben. Den Ausblick auf den Xuebanshan, den ich täglich genießen durfte, vermisse ich jetzt schon bereits. Auch mein sehr guter Freund Mike oder auch Yangguang 杨光und seine Freundin, die wir liebevoll „Beautiful Monkey“ nennen, gestalteten mit den Abschied nicht leicht. Die ganzen Schüler, die einen stets mit ‚Hello‘ grüßen, aber sonst kaum ein Wort über die Lippen bringen und meine regelmäßigen Fruchtsäfte fehlen mir auch schon bereits!  

Derzeit bin ich bei der Summerschool in Liuku. Hier gibt es das Slumkids-Projekt, wodurch Kinder, die sonst ihr ganzes Leben im Müll nach Flaschen, Dosen und sonstigen halbwegs wertvollen Gegenständen suchten, eine Chance auf eine Schulausbildung erhalten. Wie kommt es dazu? Die Kinder besitzen keine Geburtsurkunden, welche notwendig sind, um zur Schule gehen zu können. Wieso besitzen sie keine Geburtsurkunde? Weil sie für gewöhnlich als das dritte oder vierte Kind der ärmsten Familien Liukus am Stadtrand in Barraken und Hütten wohnen und wegen der Ein-Kind-Politik Chinas illegal sind. Ehemalige Freiwillige setzten sich nun dafür ein, so dass die Kinder nun auch ohne einer Geburtsurkunde zur Schule gehen können. Die dafür notwendigen Gebühren werden von Paten aus Deutschland übernommen. Was ist die Summerschool überhaupt? Die Summerschool ist eine vierwöchige Nachhilfe für unsere Slumkids, da diese, bevor sie zur Schule gegangen sind, noch gar kein Chinesisch sondern nur Lisu, eine lokale Minderheitensprache der Lisu-Nationalität,  sprechen konnten. Freiwillige chinesische Lehrer und wir Freiwilligen unterrichten dann während dieser Zeit, wobei wir deutschen Freiwilligen lediglich einfaches Englisch vermitteln!

Ab kommenden Wochenende gehe ich dann schließlich auf große Abschlussreise durch China! 

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DaHua

Es war mal wieder Zeit für eine Kleiderverteilung, dachten sich meine Mitfreiwilligen und ich. Deshalb fuhren wir am Anfang April mit unserem Projektleiter Julian und seiner Freundin Vicky in ihr Heimatdorf DaHua. Dort besuchten wir zwei Grundschulen an die wir schließlich auch verteilen wollten. Zusätzlich hatten wir erfahren, dass es drei Bergschulen gäbe, die noch bedürftiger sein sollten, als die Schulen, die wir gesehen hatten. Wir beschlossen gegen Ende des Monats wiederzukommen, da uns gesagt wurde, dass das Dorf bald komplett abgerissen werden sollte, da dort ein Staudamm entstehen sollte. Daher waren wir auch gespannt, wie das Dorf in drei Wochen wohl Aussehen würde, da zu dem Zeitpunkt bereits einige Häuser abgerissen waren und generell kaum noch irgendein Laden und nur noch ein Restaurant offen hatte.

Am 28.04 war es nun soweit. Wir fuhren mit einem voll beladenen Laster und unseren Mitfreiwilligen Janno und Jost, welche extra aus Liuku angereist kamen, nach Dahua. Mit hohen Erwartungen, dass kaum noch ein Stein auf dem Anderen stehen würde, fuhren wir hin und…wurden enttäuscht. Es sah praktisch genauso aus wie vorher. Darüber machten wir uns allerdings nur kurz Gedanken, da unsere Fahrerin, die Mal vorsichtig gesagt kein Talent zum Autofahren hatte, sich weigerte in die erste Bergschule zu fahren. Nicht einmal mehr Geld konnte sie dazu bewegen. Im Endeffekt waren wir auch recht froh darüber, da wir recht schnell einen Ersatz auftreiben konnten, auf dessen Ladefläche wir auf der Kleidung liegend hochfahren konnten, was wirklich hoch entspannt war!

Oben angekommen entluden wir einen Teil der Kleidung und fuhren anschließend mit einem kleinen Teil wieder runter, um diesen an 15 Waisenkinder zu verteilen bevor wir uns in einem Hotel zur Ruhe legten. Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich den Berg hochwandern, mussten allerdings von Regen einen Minibus nehmen. Dessen Reifen musste zuerst gewechselt werden , da einer geplatzt war, nachdem wir uns alle reingesetzt hatten. Schließlich ging es mit durchdrehenden Reifen die schmale schlammige Bergstraße hoch in der Hoffnung unterwegs nicht die Klippe runterzufallen. Wir stimmten alle überein, froh zu sein, nicht  die Fahrerin von vorigen Tag zu haben, als wir sicher oben ankamen. Während wir dann dort verteilten, schrien uns die Mädchen bei so manchen rosepinken Kleidungsstücken die Ohren voll, weil jeder es haben wollte. Dennoch einigten sie sich stets auf jemanden aus ihrer Gruppe, der es am besten stehen würde. Währenddessen kamen einige bestellte Maultiere und Esel an, auf die wir die restlichen Kleidungssäcke packten. Wieso keinen Transporter oder Auto? Es gab einfach keine Straße, die nach oben führte, sondern lediglich einen Wanderweg. Daher wanderten wir zwei Stunden den Berg hoch und bekamen dann dank der knallenden Mittagssonne all einen ordentlichen Sonnenbrand. Oben angekommen, warteten die Kinder der drei Bergschulen bereits in einer Reihe auf uns. Daher gönnten wir uns keine Pause und legten so schnell wie möglich los. Nach getaner Arbeit spielten wir noch einige Zeit mit den Kindern bevor wir abends die Zeit mit den Lehrern und Schulleitern die Zeit verbrachten. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Rückweg. Zuvor durften wir allerdings noch ein angebotenes Bier ausschlagen. Und das morgens um halb acht! 

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Frühlingsfest

Hallo Ihr Lieben,

den ganzen Februar über hatte ich Ferien beziehungsweise Urlaub, da hier in China das Frühlingsfest beziehungsweise Chinesische Neujahr anstand. Von der Wichtigkeit ist es mit Weihnachten bei uns Deutschland gleichzusetzen. Zum Frühlingsfest kehren alle Chinesen für gewöhnlich in ihre Heimatdörfer zu ihren Eltern oder Großeltern zurück, weshalb in den Tagen und Wochen vorm Frühlingsfest eine große Völkerwanderung von Ost nach West stattfindet, wenn die Millionen von Wanderarbeitern für einige Wochen nach Hause kehren. Obwohl Lanping für chinesische Verhältnisse sicher nicht mehr als ein kleines Dorf ist, leerte es sich als größte „Stadt“ der Umgebung rasend schnell nachdem für die Schüler die Ferien begannen. Je näher das Frühlingsfest rückte, desto menschenleerer waren die Straßen und immer weniger Geschäfte und Restaurants hatten überhaupt noch geöffnet. Man kann sagen, dass das Überleben ohne Vorräte sich als ziemlich schwierig gestaltet hätte. Zum Glück verbrachte ich die Zeit nicht in Lanping selbst! So wurde ich von der Familie Yang und meinem Freund Mike zum Frühlingsfest zu ihnen nach Hause eingeladen, was auch meiner Vorstellung von meinem Frühlingsfest in China perfekt entsprach. Alleine in einer traditionellen chinesischen Familie weit entfernt von jeglicher Großstadt. Perfekt!  Mike’s Elternhaus liegt in Hexi, was etwa 90Minuten Autofahrt von Lanping entfernt liegt. Die Straße dorthin war in einem Zustand als wäre sie zu Maozedong’s Lebzeiten gebaut worden. Tatsächlich aber war sie nicht einmal zehn Jahre alt. Das Elternhaus selbst befindet sich mit ein paar wenigen weiteren Häusern zwischen Feldern und Wäldern auf einem Berghang. In jedem Raum fließend Strom und Wasser, Fehlanzeige! Strom nur in ein paar Räumen und fließend Wasser gab es überhaupt nicht im Haus. Ja, auch in der Toilette nicht! Das empfand ich aber durchweg positiv!

Das Frühlingsfest fiel dieses Jahr auf den 19.Febraur, wird aber für gewöhnlich über mehrere Tage mit der engsten Verwandtschaft gefeiert. Dabei hat jede Familie genauso wie in Deutschland ihre eigene Tradition. Am Vorabend, sprich am 18.Februar, wurde gemeinsam sehr gut und ausgiebig gegessen, bevor man abends die große Neujahrsfernsehsendung gemeinsam schaute. Im Gegensatz zu großen Teilen Chinas gab es rein gar kein Feuerwerk. Eigentlich sehr untypisch, da Chinesen für fast alle möglichen besonderen Ereignisse, wie Hochzeiten, Geschäftseröffnungen oder einfach nur so, Feuerwerk zünden und davon nicht zu wenig. Am 19.Febraur stand eigentlich eine Wanderung zu einem Bergtempel an, welche aber wegen zu schlechten Wetters abgesagt wurde. Stattdessen ging es dann ins Nachbardorf gemeinsam Basketball spielen. Fand ich besonders passend, da man die ganze restliche Zeit irgendwie Nichts tat. Daher kam mir ein Minimum an sportlicher Aktivität gerade gelegen! Ansonsten aß ich sehr viel, da ich stets irgendwas irgendwie in die Hände gedrückt bekommen habe, saß mit Mike und oder anderen Familienmitgliedern ums Feuer und unterhielt mich so gut es ging mit ihnen auf Chinesisch, was sich als schwierig erwies. Gründe dafür waren, dass es hierbei um die Pumi-Minderheit, einer der 56 ethnischen Gruppen in China, handelt, die ihre eigene Sprache haben und der chinesische Dialekt in der Gegend für mich schwer zu verstehen ist. Trotz dessen hat es im Endeffekt doch irgendwie ganz zufriedenstellend funktioniert mit der Verständigung! Am darauffolgenden Tag war irgendwie ein Ruhetag, den ich nutze durch die wunderschöne Landschaft zu wandern und im Gras ein wenig zu dösen, was etwa eine Pause vom Nichts tun gleichkommt. Der nächste Tag war dann den Ahnen gewidmet. Man wanderte, ausgestattet mit Bier, Fleisch, Räucherstäbchen, Wasser und Kartenspielen, zum Friedhof. Dort streuten wir erst einmal Tannennadeln über vor die Gräber, anschließend wurde auf jedes Grab noch etwas zu Essen gelegt und bisschen Hochprozentiges über das Grab geschüttet. Außerdem verbeugte man sich vor jedem Grab bevor man noch seine Räucherstäbchen dazu stellte. Das ganze dauerte insgesamt vielleicht eine halbe Stunde. Anschließend wurde bei den Gräbern Musik gehört, Karten gespielt, natürlich viel gegessen und die älteren Herren tranken auch ihr Bier. Als Ausländer doch ziemlich bizarr und seltsam, wenn man daran denkt, wie es auf westlichen Friedhöfen zugeht. Einfach das komplette Gegenteil! Das waren auch schon meine Tage bei der Familie Yang. Die restliche Zeit verbrachte ich, wie bereits gesagt, mit Essen, rumhängen oder Fernseher schauen. Da ich so viel Nichts tat, war jeder Tag gefühlt eine Woche lang - ob mir langweilig war? Nein, überhaupt nicht! Gerade, weil ich mal komplett nichts zu tun hatte, genoss ich jeden Tag und die Zeit in Hexi besonders! So eine Pause vom sonst so schnellen Leben kann ich  einfach nur jedem weiterempfehlen! Vor meiner Abreise wurde ich eingeladen nochmal vorbeizukommen und ich freue mich bereits jetzt auf das Wiedersehen mit der Familie Yang, der ich an dieser Stelle vielmals für die Einladung danken möchte!

Apropos Zeit. Ich bin nun bereits ein halbes Jahr hier in Lanping, was heißt, dass ich voraussichtlich in weniger als sechs Monaten wieder daheim in Butzbach sein werde. Wie schnell doch die Zeit vergeht!

 

Pascal

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Yingpan

Die Woche vor Weihnachten verbrachten wir in der Region Yingpan, zwei Autostunden von Lanping entfernt. Was haben meine Mitfreiwilligen und ich da bloß getan?


Wir führten unsere ersten Kleiderverteilungen durch, die an zwei Grundschulen und in einem Dorf namens Lagushan stattfanden.


Wie kam es dazu? Durch befreundete Schüler erfuhren wir über die Bedürftigkeit in der Region. Nachdem sich meine Mitfreiwilligen Leon, Till und Leo selbst ein Bild vor Ort gemacht hatten, entschieden wir uns dazu neben unserer Kleidung auch Bettgarnituren und Schuhe verteilen zu wollen. Diesbezüglich starteten wir unsere Schuhe-und Bettwäsche für Yingan-Spendenaktion. Hierbei möchte ich mich herzlich bei den zahlreichen Spendern bedanken! Währenddessen liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Wir sortierten die Kleidung, die von wohlhabenderen Chinesen hier in Lanping gespendet wurde. Wir organisierten den Transport, sowie den Zeitplan und Ablauf der Verteilungen. Wir suchten günstige Angebote für Bettgarnitur und Schuhe, um eine möglichst hohe Stückzahl kaufen zu können. Wir setzten uns mit Chinesen in Kontakt, die uns hilfreich zur Seite standen. Wir mussten unseren Schulen Bescheid geben, dass wir die Wochen nicht unterrichten konnten und und und…


Wir trafen uns am Dienstag, den 16.12.14, morgens an der Minzu Zhong Xue, wo auch unser Kleiderraum ist. Der um 07:00 bestellte Transporter war dann auch tatsächlich um Punkt 07:00Uhr da, was hier in China nicht als selbstverständlich zu sehen ist. Sehr überrascht, da wir mit einer Diskrepanz von ungefähr zwei Stunden gerechnet haben, machten wir uns rasch daran den Transporter zu beladen. Das erste Ziel war die Liancheng Grundschule. Das Ausladen ging deutlich schneller, da uns diesmal 200 tatkräftige Schüler zur Seite standen, die voller Enthusiasmus die Kisten und Säcke weggetragen haben. In einem von der Schule uns zur Verfügung gestellten Raum bereiteten wir dann die Kleidung vor und anschließend kümmerte sich ein jeder von uns jeweils um ein Kind. Dabei fiel auf, dass Mädchen wesentlich komplizierter einzukleiden waren als die Jungs und mit zunehmenden Alter auch deutlich wählerrischer waren, was mich teilweise fast verzweifeln lies. Abends gab es dann ein großes Festmahl mit dem Schulleiter und der Lehrerschaft, da extra für uns ein Schwein geschlachtet wurde, was wir dankend annahmen. Anschließend nochmal alles aufgeräumt und dann ins Bett, schließlich ging es am nächsten Morgen weiter. Nach dem der neue Transporter mit der restlichen Kleidung mit Hilfe unserer 200 Helfer beladen war, ging es über unbebaute, schlammige Bergstraßen hoch zum nächsten Etappenziel: Lagushan. Der Ablauf war derselbe, wie am Tag zuvor. Vorbereitung der Kleidung, Bettwäsche und Schuhe mit anschließender Verteilung. Hier waren die Umstände im Vergleich zu Liancheng deutlich schlechter. Zum Glück hatten wir noch genug Kinderkleidung für den Tag eingeplant, so dass wir wirklich die Kleidung praktisch fast rausgeschmissen haben, so schnell ging die weg. Hier waren die Mädchen auch nicht ganz so wählerisch, wodurch es mir deutlich mehr Spaß bereitete. Lediglich stark negativ aufgefallen ist uns ein Lehrer, der stets einen Gummiknüppel bei sich trug und auch die Kinder teilweise schlug, weshalb wir ihn auch mieden. Schließlich können wir als fremde Jugendliche ohne jegliche Autorität bei den Erwachsenen, denen nichts vorschreiben. Als dann jegliche Kinderkleidung vergriffen war, begannen wir jegliche Erwachsenenkleidung à la Primark auf Wühltischen zu verteilen, da wir die Erwachsenen nicht wie die Kinder an der Hand in den Raum hineinführen können. Wir legten zwar fest, wer wie viel von welchem Kleidungsstück mitnehmen darf, daran gehalten haben sich die Erwachsenen aber rein gar nicht. So schmuggelten sie Kleidungsstücke aus den Fenstern, nahmen sich viel zu viel oder kamen irgendwann einfach nochmal und da die ansässigen Lehrer dies unterstützen, schauten wir lediglich zu, dass es nicht zu krasse Ausmaße annahm. Auf jeden Fall war die Kleidung in Lagushan sehr sinnvoll, ebenso wie die Bettgarnitur, da es in der Nacht zum Donnerstag schneite. Daher kann man sagen, dass die Verteilung gerade zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt wurde! Am Donnerstag ging es dann mit dem Minibus nach Songbai, wo wir noch Zahnbürsten und Zahnpasta verteilten und den Kindern in einem Schauspiel veranschaulichten, wieso man die Zähne putzen sollte, aber das gemeinsame Zähneputzen fiel auf „Grund“ von Unterricht aus. Eventuell werden Leon und ich dann aber noch eine Woche dort Leben und dies regelmäßig mit den Kindern machen. Bin schon gespannt drauf!


Zusammenfassend kann man sagen, dass Lagushan zwar deutlich ärmer und bedürftiger war als Liancheng, das jedoch war deutlich zivilisierter und strukturierter! Sinnvoll war es aber auch auf alle Male!


Bilder gibt es natürlich auch zu sehen! 

Bis zum nächsten Mal! 

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Sportfest

Hallo Ihr,

kaum kamen wir von Liuku zurück nach Lanping, stand auch schon das nächste Ereignis auf dem Wochenplan. An unserer Schule fand das alljährliche Sport-, Musik-und Kulturfest statt. Es wurde eröffnet durch den Einmarsch ins Stadion beziehungswiese Sportfeld mit anschließend verschiedenen Minderheitentänze, welche von Lehrer als auch von Schülern präsentiert wurden. Währenddessen kam Mister Li, unser betreuender Lehrer, zu uns und meinte, dass wir doch am nächsten Tag auch etwas präsentieren sollten. Bisschen überrumpelt machten wir uns direkt ans Ideen sammeln.  Auf Grund des Zeitmangels entschieden wir uns recht schnell dafür zu dem Lied 小苹果 (Xiao Pingguo´), zu deutsch Kleiner Apfel, was eine Metapher für die Liebe ist, zu tanzen. Auf "Youku", dem chinesischen Äquivalent zu "Youtube", nach einem Tanz geschaut und angefangen diesen zu lernen. Das Lied ist in China der absolute Renner und wird bereits seit unserer Ankunft vor drei Monaten und vermutlich bereits davor irgendwie rauf und runter gespielt. Das Schlimmste daran ist, dass es einfach nicht langweilig wird! So verbrachten wir den ersten Tag zwischen daheim sein und den Tanz lernen und draußen bei einigen sportlichen Wettkämpfen zu zuschauen.  Am zweiten Tag waren wir planmäßig als Juroren beim Englisch Song Contest eingeteilt. Wir bekamen alles von sehr schlecht bis sehr gut geboten. Auffallend war, dass wir und unsere chinesischen Kollegen häufig genau entgegen gesetzten Meinungen waren. Komisch, aber alles eine Frage des Geschmacks, wenn man davon absieht, dass eine gute Show über den Gesangskünsten, sowie Verständlichkeit steht. Dann frage ich mich zwar nach dem Sinn dieses Wettbewerbs, wenn jemand, der Michel Jackson zu einem melancholischen Lied tanzt und man das nicht mal versteht, einer der höchsten Punktzahlen von den Chinesischen Lehrern kriegt. Da stellt sich die Frage, ob sie denn überhaupt verstehen, um was es in dem Lied ging, was ich persönlich stark anzweifle. Anschließend war unser großer Auftritt gekommen. Wir durften den hoch professionellen und bis ins letzte Detail perfektionierten Tanz endlich vor der halben Schule vorführen! Die drei minütige perfekte Show war dann zwar nicht ganz so perfekt, trug aber gut zur Unterhaltung bei! Abends gab es dann noch mehrere Feuer auf dem Fußballfeld, um diese die Schüler zu traditioneller Musik im Kreis tanzten. Es dauerte keine halbe Minute nach unserem Erscheinen und schon tanzten wir nach unzähligen Aufforderungen gemeinsam mit Ihnen. Zum Glück sind die Schritte für gewöhnlich sehr leicht und somit schnell zu lernen! Den Abend verbrachten wir ansonsten mit diversen Schülern verbracht, sowie nochmal eine spontane Einlage des Xiao Pingguo Tanzes gegeben, nach dem das Lied nochmal gespielt wurde. Am darauffolgenden Tag gab es nochmal verschiedene Klassenwettkämpfe, wie zum Beispiel im Laufen, bei denen einige Schülerinnen nach nicht einmal einer vollen Runde bereits vollkommen am Ende waren, so dass sie von ihren Kameraden ins Ziel geschleppt werden mussten. Das war es auch vom Sportfest. Bis zum nächsten Mal! 

Pascal

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Visumsverlängerung 

Hallo Ihr,

da mein Visum hier in China zum 04.12.14 ausläuft, musste ich gemeinsam mit allen anderen aus Lanping extra nach Liuku reisen, um dort ein neues Visum zu beantragen. Wir bekamen dafür von unserer Schule eine Woche frei, so dass wir bereits früher als eigentlich geplant in den Bus Richtung Liuku gestiegen sind. Nach knapp acht Stunden Fahrt und 1500m Höhenunterschied erwarteten uns sommerliche Temperaturen. Ich war viel zu dick angezogen, da Lanping deutlich kälter ist als das subtropische Liuku. Der erste Eindruck der Stadt war, dass es wesentlich höher, enger und voller bebaut ist als Lanping. Dieser bestätigte sich im Verlauf unseres Aufenthalts. Ansonsten ist die Stadt durch den Nujiangfluss, dessen Promenade wirklich sehr schön ist, in einen Ost-und Westteil geteilt. Auf der Westseite befinden sich hauptsächlich Wohnviertel und Schulen, während auf der Ostseite die Shoppingmeile ist und auch das Nachtleben stattfindet.  Auch gibt es einige Slums mit sehr armen Bewohnern, dessen Kinder auf der Straße Müll sammeln. Diesbezüglich gibt es in Liuku auch das Slumkids-Projekt, wodurch einigen dieser Slumkids eine Schulausbildung ermöglicht wird, die sie sonst nie eine erhalten würden. Geschlafen haben Philipp und ich bei unseren Mitfreiwilligen Janno und Jost, die an der Shiyan Grundschule unterrichten. Zumindest tut dies derzeit noch Janno, da Jost auf Grund eines gebrochenen Beines vorerst vom Unterricht befreit ist. Vom Balkon der Wohnung aus hat man eine wundervolle Aussicht über die Stadt. Auch war es überhaupt nicht tragisch und eine interessante Erfahrung, dass sich die Toilette 100m außerhalb der Wohnung befand. Wenn man dann mal nachts dringend aufs Klo musste, hat man sich daher doppelt überlegt, ob man das T-Shirt noch anzieht oder dieses einfach weg lässt, da der Weg auf Grund des dunklen Treppenhauses deutlich länger ausfiel als ursprünglich angedacht. Das Essen unterschied sich im Vergleich zu Lanping von den Gerichten zwar kaum, geschmacklich war es aber irgendwie nicht annähernd so gut wie "daheim" in Lanping. Eine Ausnahme machten dabei die Baozi, welche man als gefüllte Dampfnudeln umschreiben kann, sowie der Ananasreis, den wir in einem Minderheitenrestaurant gekostet haben. Die Visumsverlängerung an sich war rein bürokratischer Natur und der einzige mir ersichtliche Grund, dass wir dafür extra nach Liuku mussten war, dass sie vor Ort ein aktuelles Foto von uns geschossen haben.  Ansonsten haben wir uns den Unterricht der anderen Freiwilligen angeschaut, um Ideen für den eigenen Unterricht zu gewinnen und sind auch ein wenig unserer Projektarbeit nachgegangen. Was haben wir sonst so die Woche dort unternommen? Gemeinsam mit Jost und Janno sind wir einmal zum Sichuan-Hotpot essen eingeladen worden. Hotpot ist eine Variante Essen zu gehen, bei der du dein Essen roh bekommst und dieses praktisch selbst erst in einem Topf kochst. Sichuan hingegen ist eine Provinz Chinas, die für ihre scharfe Küche bekannt ist. Dementsprechend hat der Mund auch gebrannt, habe es mir aber ehrlich gesagt schärfer vorgestellt. Außerdem waren wir mit der gesamten Gruppe auch einmal im KTV und haben auch einmal zusammen mit befreundeten Chinesen gekocht. Es war eine echt angenehme Woche in Liuku, dennoch bin ich echt froh darüber wieder im kalten heimischen Lanping zu sein!


Bilder findet ihr hier!


Pascal

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Dali

Hallo Ihr,

ich hatte die Woche hier keinen Unterricht, da unsere Jahrgangsstufen die ganze Woche über Prüfungen hatten. Deshalb beschlossen Philipp und ich, dass wir definitiv auf Reisen gehen wollten.  Am Mittwoch Morgen spontan zum Busbahnhof und den nächsten Bus genommen. Obwohl die nette Dame am Schalter gesagt hat, dass dieser nach "Dali" gehen sollte, stand auf dem Ticket "Xiaguan". Egal, einfach reingesetzt und geschaut wo wir ankommen. Nach viereinhalb Stunden Fahrt kamen wir endlich an.  Wie wir schnell festgestellt haben, waren wir doch irgendwo in Dali angekommen, wo wir auch schnell von einer aufdringlichen Dame angesprochen wurden, die sich als eine private Taxifahrerin herausgestellt hat. Sie hat uns für einen vermutlich teuren Preis von 20Yuan zu dem großen See in "Xiaguan" gefahren. Zur Erklärung: "Dali" ist der alte Part und "Xiaguan" einfach der neue Teil der Stadt.  Nach dem wir durch einen Park spaziert sind, nahmen wir auch schnell einen Bus nach Dali, da dieser sehenswerter ist. Angekommen, ein schönes und günstiges Hotel gesucht und anschließend durch die wirklich sehenswerte Altstadt gelaufen.  Auffallend ist, dass obwohl es sehr touristisch ist, die Altstadt doch sehr typisch Chinesisch aussieht.  Auch hier gab es, genauso wie in Lijiang, viele Restaurants, Tuch-und Schalläden, Kleidungsgeschäfte und sonstige diverse Geschäfte, die Vielerlei zu Verkauf gestellt haben.  Auffallend war, dass ein Großteil der ausländischen Touristen weiße junge Rucksacktouristen waren von denen man einen Großteil, zumindest in Deutschland, als alternativ oder Hippies bezeichnen würde. Ansonsten haben wir sogar seit langer Zeit mal wieder einen Burger gegessen und dieser war sogar mit Yakfleisch. So etwas Wunderbares haben meine verwöhnten Geschmacksnerven wirklich lange nicht gekostet! Außerdem haben wir in einem Geschäft in dem chinesische Puzzle und Rätsel verkauft wurden, bisschen unser logisches Denken und Gedächtnis geschult.  Was wir zwar tun wollten, aber leider keine Zeit für hatten, war unsere Füße in Becken mit Fischen zu halten, die unsere Füße säubern würden. Das wird aber auf jeden Fall beim nächsten Besuch in Dali in Angriff genommen!  Ansonsten lasse ich einfach die Bilder für sich sprechen! 

 

Pascal

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Neues aus dem Reich der Mitte

Hallo Ihr,

mir sind zwei Sachen aufgefallen! Erstens, ich bin bereits zwei Monate hier in Lanping. Zweitens, ich habe mich bereits seit längerer Zeit nicht mehr gemeldet. Woran lag es? Ganz einfach, es hat sich der Alltag eingestellt. Dennoch möchte ich euch auf dem Laufenden darüber halten, was hier so alles passiert ist im letzten Monat. Veranschaulichen möchte ich es an einem Tagesablauf.


Wir stehen morgens richtig früh, im Moment so gegen 8:00Uhr morgens auf, was im Vergleich zu Beginn beachtlich früh ist!  Noch vor dem morgendlichen Unterricht wiederhole ich Vokabeln. Mein Chinesisch macht spürbare Fortschritte. Beim Unterrichten sind wir mittlerweile im zweiten Zyklus angekommen. Die Klassen überraschen einen immer noch positiv, als auch negativ. Bisher macht mir das Unterrichten sehr viel Spaß, da es auf Grund der Schüler sehr unterhaltsam ist! Bezüglich des Essens kann ich sagen, dass ich mich bereits an die Schärfe hier gewöhnt habe und diese mittlerweile auch brauche, da es ansonsten nicht sonderlich schmeckt. Nach dem Mittagessen spiele ich jetzt häufiger mit den Schülern Basketball, da hier leider niemand Handball kennt. Will aber noch mit Tischtennis spielen hier anfangen. Neben dem Unterricht haben wir auch drei Mal die Woche eine Englisch-AG, genannt Englishcorner. Schüler, hauptsächlich aber Schülerinnen, kommen zwar, sind aber mehr an uns, als an Englisch interessiert. Soll mir auch recht sein, da wir dadurch gute Kontakte zur Senior 3, gilt gleich zu setzen mit der Jahrgangsstufe 13 in Deutschland, aufgebaut haben. So habe ich jetzt einen jüngeren Bruder oder auf Deutsch: einen guten Freund. Sein Name ist Alen, 18 jahre jung, spielt mit mir Basketball und kommt auch sonst häufig bei uns vorbei. Abends verbrachte ich die letzte Zeit damit Informationen über mögliche Studiengänge und Unis zu sammeln. Mal schauen wohin es mich dabei verschlagen wird.


Außerdem haben wir nun seit gestern auch schnelleres Internet. Hurra. Mit deutscher Genauigkeit und Fürsorge konnte man aber beim Installieren seitens der Handwerker nicht rechnen. Nach einigem hin und her, beschlossen sie einfach eine neue Steckdose in unsere Wohnung einzubauen. Verlängerungskabel genommen, Stecker abgeschnitten und an die Sicherung angebaut, schwupps, fertig war die Steckdose. Freit nach dem Motto, egal wie es aussieht, Hauptsache es funktioniert und ja, das tut es auch! Außerdem bekamen wir von Mister Li, dem verantwortlichen Lehrer für uns, Decken gebracht, als er sah, dass auf Grund unzureichender Bettwäsche hinsichtlich des nahenden Winters, mein Schlafsack auf meinem Bett ausgebreitet war. Als Deutscher würde man erstaunt denken, oh wie nett und zuvorkommend das wohl sei. Auf Grund der chinesischen Mentalität war es ihm wohl allerdings etwas peinlich als vermeintlich schlechter Gastgeber dazustehen, obwohl dies nicht der Fall ist. Immerhin war mir nicht kalt und im Zweifel hätten wir uns die Decken auch selbst gekauft. Trotzdem will ich mich über die kostenlosen Decken nicht beschweren! 


Das war es auch bereits an Neuigkeiten!


Bis dann!


 

 

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Tigersprung-Schlucht

Wie bereits im vorherigen Beitrag erwähnt, nutzen wir die Schulferien zum Reisen. So sind wir dann nach der Bergbesteigung am Donnerstagmorgen mit dem Bus vier Stunden nach Lijiang gefahren, wo wir dann den Tag verbrachten. Die Stadt ist sehr touristisch. Es gibt ungefähr fünf Arten an Geschäften in denen man überteuerte Ware kaufen kann. So gab es lediglich eine schier unendlich große Anzahl an Tücher,-Trommel-und Schmuckläden, die neben den zahlreichen Yakfleischständen und den Restaurants existierten. Im Grunde wiederholten sie sich bloß in unterschiedlichen Reihenfolgen, was einem aber erst nach geraumer Zeit aufgefallen ist. Als Attraktionen konnte man auch Bilder mit einem Alpaka, Adler und oder kostümierten Affen machen oder sich im KFC, McDonald’s oder Pizza Hut gemütlich einen Burger oder eine Pizza gönnen. Neben der vergebenen Möglichkeit zum ersten Mal seit einem Monat einen BigMac zu essen, sahen wir auch zum ersten Mal wieder Europäer und Amerikaner, welche wir stets mit einem lauten Jubel begrüßt haben. Recht früh ging es dann aber auch zurück ins Hotel.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter zu unserem eigentlichen Ziel, der Tigersprung-Schlucht! Unser Ziel war es zwei Tage durch sie durch zu wandern. Wieso fährt man einige Stunden Bus, um zu wandern, obwohl man es auch direkt vor der Haustür kann? Wegen der atemberaubenden Natur, lautet die Antwort! Hoffentlich können euch die Bilder den selbigen Eindruck vermitteln. Auf jeden Fall wanderten wir vormittags los und hatten direkt zu Beginn, bei glühender Hitze, den steilsten Part der Route zu bewältigen. Zum Glück hatte ich meinen Strohhut auf und genügend Wasser mitgenommen. Unterwegs gab es dann immer wieder kleine Verkaufsstände mit überteuerten Preisen, so schlau wie die Chinesen sind, befanden sich die Stände stets an irgendwelchen Höhepunkten der Strecke, so dass man dann etwas erschöpft und hungrig doch mal einen Apfel oder ein Snickers geholt hat. Ansonsten führte uns der Weg durch einige kleiner Bergdörfer, vorbei an einigen Wasserfällen und das häufig auf schmalen Pfaden, links eine steile Bergwand und rechts ging es genauso steil weiter runter. Ich bezweifele, dass man so etwas in Deutschland finden würde, da der Weg nie in irgendeiner Form gesichert gewesen ist. Unterwegs trafen wir ein paar Schweden, Italiener und zahlreichen Franzosen mit denen man sich immer wieder irgendwo traf und unterhielt. Planmäßig hätten wir gegen 20:00Uhr in unserem Wunschhostel ankommen sollten. Da wir allerdings etwas länger brauchten als geplant und wir im Dunkeln den falschen Pfad gewählt haben, entschieden wir uns spontan für ein anderes, wo wir gemeinsam mit paar Schweden um 21:00Uhr angekommen waren. Am nächsten Morgen ging es dann nach einem kurzen Frühstück weiter. Es ging runter zum reißenden Fluss, um einige Bilder am Tigersprungstein zu machen. Anschließend ging es in der Mittagssonne wieder bergauf. Wären wir doch mal etwas früher losgelaufen. Auf dem Weg nach oben gab es auch eine circa 15m hohe Leiter, die allerdings nicht den stabilsten Eindruck auf mich machte. So bestiegen wir ungesichert, mit unseren Rücksäcken beladen, gleichzeitig zu fünft diese Leiter. Auch wenn die Aussicht von da wirklich der Hammer war, schäme ich mich nicht zu sagen, dass meine Knie doch etwas gezittert haben. Ansonsten war der Weg nach oben auf Grund der Sonne sehr schweißtreibend und ich blickte mit großer Vorfreude aufs nahende Mittagessen, allerdings verschwand diese rasch, da die Kellnerin irgendwie Leon und mir nichts zu essen gebracht hat. Da wir noch zu einem Wasserfall wollten, haben wir dann nicht noch extra was bestellt. Den Wasserfall nutzten wir dann zum „Duschen“. Gefühlt hätte das Wasser längst gefroren sein müssen, war daher aber auch sehr erfrischend und belebend! Anschließend ging es hellwach im Bus zurück nach Lijiang, wo wir noch dem Abend verbrachten, der dann leider etwas unglücklich im Krankenhaus endete. Auf dem Weg zurück ins Hotel passierte es. Philipp lief etwas schneller, um seinen Rückstand zu uns aufzuholen, da er stehen blieb, um nur „ein“ Foto zu machen. Da es zuvor stark regnete, war der Boden nass, Philipp rutschte dann mit seinem Kameraequipment in der Hand aus, blieb an einem Stein hängen und fiel vorwärts auf den Kopf. Platzwunde. Mit den Händen konnte er sich ja nicht, auf Grund des Kameraequipments, abstützen. Lieber Kopf als Kamera kaputt. Das nenne ich Liebe! So verbrachten wir noch insgesamt knapp zwei Stunden damit zum Krankenhaus zu kommen, die Wunde mit vier Stichen nähen zu lassen und wieder zurück ins Hotel zu kommen. Gar nicht so leicht in einem fremden Land und in einem Krankenhaus, wo jeder Schwester einen zur nächsten Station schicken möchte. Am nächsten Morgen ging es dann auch schon wieder zurück nach Lanping, schließlich waren die Ferien auch schon wieder rum und am Montag begann für Philipp und mich wieder der Unterricht!

 

 

 

 

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Bergbesteigung 2.0

In der letzten Woche gab es Schulferien auf Grund des Chinesischen Nationalfeiertages. Daher hatten wir auch die Woche frei. Am 01.10, letzten Mittwoch, bestiegen wir den 4500m Berg "Xuebangshan" in direkter Sichtweite von Lanping. Geplant war, dass wir pünktlich um 08:00Uhr morgens starten. Daraus wurde dann allerdings 08:45. Unsere Wandergruppe bestand aus 15 Personen plus einen Führer. Nachdem wir Minibussen zum Fuße des Berges gefahren sind, packten wir unsere Rucksäcke auf den Rücken und wanderten los. Da uns von einem Chinesen im Voraus gesagt wurde, dass es sehr kalt werden würde, zog ich mir ein T-Shirt, einen Fließpulli und meine Winterjacke an. Zusätzlich packte ich mir einen weiteren Fließpulli in meinen Rucksack. Ich fühlte mich bisschen verarscht, als derselbige Chinese mit lediglich einem T-Shirt am Treffpunkt erschien. Außerdem beging ich den Anfängerfehler, dass ich sehr viel zu Essen mitnahm. Als wir starteten, war es richtig feucht und die Sonne erschien gerade über dem Berg. Dies führte dazu, dass ich nach kürzester Zeit auch nur noch im T-Shirt rumlief. Zu Beginn trafen wir noch einige Chinesen mit ihren Pferden. Dies erklärt auch, weshalb man gerade zu Beginn stark darauf achten musste nicht in Pferdescheiße zu treten. Der Weg nach oben zum Gipfel führte uns durch ein abgebranntes Waldstück und sogar an einigen Häusern in denen irgendwelche Hirten hausen. Zum Gipfel hin war der steinige unebene maximal ein Meter breite Weg links und rechts von zwei Steilen Abhängen begrenzt. Nach fünf Stunden Wanderung und einigen Kilos auf dem Rücken war ein sicherer Schritt auch nicht mehr zu 100% gegeben. Auf jeden Fall erreichten alle den Gipfel sicher, wo wir dann ungefähr eine Stunde verbrachten. Die Aussicht war atemberaubend. Man konnte kilometerweit schauen und sah grün bedeckte Bergketten. Ebenso wirkte der Berg auf den wir in der ersten Woche hier bestiegen eher wie ein kleiner Hügel. Der Abstieg war dann natürlich wesentlich angenehmer, war aber nur bedingt kürzer. Gegen 19Uhr abends und zehn Stunden auf den Beinen kamen wir endlich wieder in Lanping an. Dort gab es noch ein Feuerwerk anlässlich des Nationalfeiertages und dann ging es auch schon früh ins Bett, da wir am nächsten Morgen mit dem Bus nach Lijiang gefahren sind, wo wir dann durch die Tigersprung-Schlucht wandern wollten. 


Pascal

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Die Hochzeitscrasher

Zwei Wochen hier und bereits auf zwei Hochzeitsfeiern gewesen. Dank an diesem Punkt gilt wieder Mike, der so großzügig war uns mitzunehmen! Samstagabend sind wir dann mit ihm, Leon und Till zur Hochzeitsfeier, die aus einer größeren Runde junger Chinesen, zusammengefercht in einem Hotelzimmer, bestand. Die Zeremonie und das große Essen fanden tagsüber statt und abends wird dann für gewöhnlich etwas getrunken. Wir kamen an, wurden kurz gemustert und anschließend direkt Plätze auf kleinen Holzbänken angeboten, was hier vollkommen normal ist. Die Feier bestand daraus, dass sich die Gäste kleine Spiele überlegten, die von zwei Teams bestehend aus dem Brautpaar und Trauzeugen erfüllt werden mussten. Der Mann des Verliererteams musste dann eine gewisse Anzahl an Shots trinken. Der Trauzeuge, der bereits wie eine etwas betrunkene Version von Bruno Mars aussah, hatte mit seiner Partnerin wenig Glück. Während die vollkommen in rot gekleidete Braut jegliches Spiel mitspielte, weigerte sich die Partnerin des Trauzeugen häufig, so dass der arme Kerl immer mehr trinken musste. Wir empfanden großes Mitleid für ihn. Außerdem schlugen sich die Chinesen mit Kissen auf den Arsch. Der Geschlagene tat im Voraus etwas Witziges oder dummes. Es war sehr amüsant das zu beobachten und anscheinend hatten die Chinesen auch ihren Gefallen daran. Anfangs beobachteten wir etwas das geschehen und wurden allerdings auch nicht so großartig beachtet bis das Brautpaar, an dessen Junggesellenenabschiedsfeier  Philipp und ich letztes Wochenende bereits waren, mit uns anstoßen wollte. Wir stießen an und ich sagte 'Yilaxiu', was auf Ex in der Sprache der Lisu-Minderheit heißt. Der Bräutigam, sichtlich überrascht, spuckte vor Lachen sein ganzes Getränk über mein Hemd. Es dauerte eine Weile bis wir unser Lachen alle wieder im Griff hatten. Mit diesem Moment brach das Eis. Kurzerhand wurde ein chinesischer Gast dazu erkoren uns stets mit Bier zu versorgen. Nach einiger Zeit wurden wir dann auch dazu aufgefordert etwas zu singen. So musikalisch wie wir sind entschieden wir uns für Bruder Jakob. Melodie ist auch den Chinesen bekannt, daher eignete es sich gut dafür. Nachdem wir tosenden Applaus bekamen, entschieden wir uns noch eine Schippe drauf zu legen. Wir gingen kurz raus, übten zwei Minuten 'Macarena' ein und tanzten dies vor. Die Chinesen waren begeistert! Auf diese Weise konnten wir den Abend etwas mitgestalten und prägen. Anschließend wurde noch etwas weiter getrunken, sich unterhalten und der kulturelle Austausch fortgeführt. Ich unterhielt mich mit ein paar Chinesen und erfuhr, dass demnächst wieder heiraten wird. Ob das jetzt eine Einladung war oder nicht weiß ich zwar nicht, hoffe aber schon! Nach der Feier sind wir dann ins Hotel zum Schlafen gefahren. Ich verstehe zwar bis heute nicht, wieso die Chinesen darauf bestanden, aber anscheinend ist das ganz normal hier. Für kommenden Sonntag sind wir auf jeden Fall für eine weitere Hochzeit geladen. ich freue mich bereits drauf. Vielleicht wird das ja mein neues Hobby hier, spontan auf Hochzeiten gehen. Spaß macht es auf jeden Fall! 

 

Philipp und ich kriegen ab morgen von Mister Zhang Chinesischunterricht. Im Gegenzug werden wir ihm Deutschunterricht geben. Außerdem planen wir eine eine Englisch-AG für die Stufe 13 anzubieten, da wir diese nicht unterrichten werden. Offizieller Grund ist, dass sie sich auf ihr 'Abitur' vorbereiten müssen. Dieses ist nur schriftlich und da wir den sprachlichen, kommunikativen Part unterrichten, werden wir da nicht benötigt. Sehr Schade, da wir uns besonders auf diese Stufe gefreut haben! Vielleicht finden sich ja einige Freiwillige. Wäre auf jeden Fall wünschenswert! 

Nächste Woche ist am 01.10 chinesischer Nationalfeiertag, so dass es eine Woche Ferien gibt. Philipp und ich werden entweder durch die Region etwas reisen oder den nahe gelegenen ü4000m Berg besteigen. Vielleicht ja auch beides. Mal sehen! 

 

 

Pascal

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Erster Arbeitstag

Ja, der erste Arbeitstag. Er war lustig und interessant. Wir hatten drei Klassen der 11 Stufe zu unterrichten. Die erste war in etwa so wie erwartet. Viele schwächere Schüler und einige sehr gute. Paar desinteressierte, einige Hochmotivierte und ein Klassenclown, der allerdings von seiner Nachbarin des öfteren diszipliniert wurde. Die zweite Klasse war sehr motiviert und enthusiastisch. Sätze wie 'I love you' oder 'you're beautiful' fielen gelegentlich was äußerst amüsant war. Sie haben es uns sehr einfach gemacht, so dass es dort besonders Spaß gemacht hat. In der Mittagspause aßen wir und erledigten Teile der Hausarbeit. Hochmotiviert ging es schließlich zur letzten Klasse des Tages. Mit unseren Hohen Erwartungen, geweckt von der vorigen Klasse, wurden wir ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Als die Antwort auf 'My name is Mister Smykalla' lediglich nur 'yes yes yes' zurückkam, wusste ich direkt, dass sie ungefähr gar nichts verstanden hatten. Dementsprechend passten wir unsere Erwartungen an die Stunde nach unten an, da wir hier deutlich mehr Zeit benötigen würden. Es machte dennoch viel Spaß, auch wenn der Anteil an Schülern, die lieber geschlafen hätten in der Klasse besonders hoch gewesen ist. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Motivation noch erhalten geblieben ist und das Unterrichten wirklich unterhaltsam sein kann.


Abends ging es dann mit den anderen Freiwilligen zum Barbeque. Es unterscheidet sich nicht sonderlich vom Deutschen Grillen. Man schmeißt Fleisch und Gemüse drauf, wartet bis es bereit ist zum Essen. Besonderheiten waren vielleicht, dass es Nieren, Lebern und Hühnerhintern gegessen haben. Außerdem gab es als Snack zwischendurch frittierte Mehlwürmer und Heuschrecken, welche wirklich ausgezeichnet schmecken! Kann ich jedem weiterempfehlen! 


Pascal

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Erstes Wochenende

Am Freitagmittag gingen wir in ein Café, wo an den Wänden überall Post It's mit kleinen Botschaften hingen. Auf Chinesisch verständigten wir, Leonard und ich, uns darauf, dass wir eine Art Kontaktanzeige mit Philipps Handynummer aufgeben. Gedacht, getan. Bin schon jetzt gespannt ob und wie viele Chinesinnen sich bei ihm melden werden das Jahr über. Er selbst bekam das ganze erst im nachhinein mit. Abends ging es ins KTV. Zur Erklärung: Ist eigentlich eine ganz normale Karaokebar. Es ist sehr beliebt als Abendunterhaltung, vermutlich liegt es aber auch daran, dass es nichts anderes hier gibt. Dort verbrachten wir einige Stunden. Dabei fällt auf, dass Chinesen deutlich besser singen als Deutsche, zumindest war das in unserem Fall jetzt so. Samstag morgen, nach dem Leon, unser Gruppenleiter, ein Machtwort sprach, was besagte, dass wir uns alle treffen, um die Kleidung aus dem Kleidercontainer für die zukünftigen Kleiderverteilungen zu sortieren, machten wir uns auf den Weg zur Minzu Zhongxue. Da dies nur kurzfristig angesagt wurde und Philipp und ich nichts mehr frühstücken konnten, verbrachten wir das Sortieren hungrig bis wir abends um 19:00Uhr endlich im Restaurant angekommen waren. Was ich auf jeden Fall jedem weiterempfehlen kann ist Darm und Magen zu essen, was deutlich besser schmeckt als es sich anhören mag! Abends durften wir dann noch unsere Wäsche per Hand waschen. Was ein Spaß, nicht. Am Sonntag wurden wir von Mike, einem befreundeten Chinesen, geweckt, der uns zu einer Feier eingeladen hat, wo es was zu Essen und zu Trinken gab und Majiang gespielt wurde. Abends gegen 19:00 trafen wir uns dann mit Mister Li, der uns unseren Stundenplan für die kommenden zwei Wochen gegeben hatte. Was ein Glück, zumindest die erste Woche beginnt der Unterricht für uns meist erst gegen 11:00Uhr. Während die Lehrer dann noch eine Versammlung hatten, gingen wir durch die Schule, an den Klassenräumen vorbei. Die Schüler hatten eigentlich Unterricht, Lehrer waren aber nicht da, dennoch war es nicht laut. In Deutschland wäre nach meinen Erfahrungen das blanke Chaos entstanden. Hier jedoch saßen die meisten an ihren Plätzen und lernten oder waren wenigstens leise. Zumindest solange bis wir vorbeigingen, wo wir stets lautstark mit 'Hello' gegrüßt wurden und wir dies natürlich erwiderten. Anschließend bereiteten wir jetzt noch den Unterricht vor, da Philipp und ich auch gemeinsam unterrichten werden. Problem ist hierbei, dass wir jede Klasse nur einmal in sechs Wochen haben und so praktisch immer von vorne anfangen können. Vielleicht können wir in einigen Wochen nachfragen, ob wir wenigstens eine Klasse dauerhaft unterrichten können. Das wird morgen auf jeden Fall ein großer Spaß! 

 

Die ersten Bilder sind nun ebenfalls online! Dabei möchte ich mich herzlich bei Philipp Salvador Fernandez Montenegro von Schack für die tollen Bilder bedanken! 

 

Pascal



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Bergbesteigung

Der Donnerstag verlief recht ereignislos. Wir standen mal wieder recht spät zur Mittagszeit auf, gingen in die Stadt um noch einige Gegenstände für unsere Wohnung zu kaufen. Unter anderem Glühbirnen, Teppiche, Mülleimer und einen Heizstrahler, da unsere Wohnung wirklich sehr kühl ist, allerdings hauptsächlich schon mal für den Winter. Abends kochten wir dann gemeinsam bei Leon und Till in Jinding eine Reis-Gemüsepfanne chinesischer Art, sprich sehr scharf. Außerdem tauschten wir uns mit Nelly und Jonathan, zwei Freiwilligen in Liuku, aus und setzten unsere Wetten für das Jahr fest. Ebenso steht es nun fest, dass sich jeder von uns ein Streifenhörnchen zulegen wird! Das Highlight des Tages lag allerdings noch vor uns und zwar nahmen wir uns vor auf einen nahe gelegenen Berg zu steigen und dort die Nacht zu zu verbringen. Wir packten unsere Rucksäcke mit unseren Schlafsäcken, zogen warme Kleidung  und unsere Wanderschuhe an und machten uns auf den Weg. Zuerst galt es jedoch den Anfang der etwa 1400 Stufen umfassende Treppe beziehungsweise Aufstieg zu finden. So irrten wir zuerst durch enge Gassen der Stadt, dann auf irgendwelchen Trampelpfaden im Dunkeln. Der Weg nach oben war nur anstrengend und schweißtreibend. Eben wegen der hier dünneren Luft. Den Berg schätze ich auf etwas weniger als 3000m, allerdings wurden wir mit jedem bestiegenen Meter mit einer noch eindrucksvolleren Aussicht über Lanping und die umliegenden Dörfern belohnt. Oben schossen wir noch einige Gruppenbilder und zerstreuten uns anschließend über das Gelände an der Spitze des Berges, welches von scharfen Abgründen begrenzt wurde. ich suchte mir mit Till ein "gemütliches" Plätzchen, da wir alle vergessen hatten, mögliche Isomatten mitzunehmen. Nach einer ausgiebigen Unterhaltung machten wir den Entschluss uns dennoch auf dem steinharten unebenen Untergrund schlafen zu legen. Hierbei stellte ich fest, dass der eingepackte Schlafsack deutlich zu dünn ist und mich nicht ordentlich warm gehalten hat, speziell was das Auskühlen über den Boden angeht. Ich würde es schlicht als Fehlentscheidung deklarieren, da ich noch eine wärmeren Schlafsack zur Auswahl hatte, mich aber auf Grund des Gewichtes gegen ihn entschieden habe. Echt ärgerlich. Falls ich noch einen günstigen Schlafsack hier finden sollte, werde ich mir diesen vermutlich kaufen, da bald auch der Winter vor der Tür steht. Ich baue aber immer noch auf unsere elektrischen Heizstrahler. Der Sternenhimmel war wirklich atemberaubend, wie man ihn in Deutschland nicht häufig zu sehen bekommt. Die Nacht haben weder Till, noch ich wirklich dauerhaft ein Auge zu bekommen, stattdessen tauschten wir etwa jede halbe Stunde erneut paar Worte. Als wir um 06:00Uhr aufstanden waren unsere Sachen etwas durchnässt von außen, was vermutlich an der Wolkenbildung am Hang des Berges zu tun hat. Generell scheint hier die Luftfeuchtigkeit höher zu sein als in Deutschland. Wir beobachteten anschließend noch, wie es stets heller wurde und in der Stadt unten nach und nach die Lichter ausgingen, den Sonnenaufgang konnten wir allerdings auf Grund der mittlerweile entstandenen Wolkendecke nicht sehen. Schade, da es eigentlich einer der Hauptgründe dieses Ausfluges war. Als wir uns gegen 07:00Uhr auf den Weg Richtung Wohnung machten, kamen uns die ersten Chinesen auf der Treppe nach unten entgegen. Gegen 08:00 morgens lag ich dann endlich in meinem vergleichsweisem kuschelig weichem Bett daheim! Gott, war ich darüber glücklich! Es hat sich zwar definitiv gelohnt, aber das nächste Mal entweder besser ausgerüstet oder gar nicht mehr! 

 

Euer Pascal

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Teacher's Day

Mittwoch, 10.09.2014, Teacher's Day, der nächste Nationalfeiertag während meines Aufenthaltes hier. Ich hinterfrage es wirklich, ob es notwendig ist, diesen Feiertag zu haben. Theoretisch kann man ja demnach für jeden Berufszweig einen separaten Feiertag einführen. Wir trafen uns gegen 8:30 morgens mit Sharon, einer Englischlehrerin, am Sportplatz. Dort waren auch schon viele andere Lehrer versammelt. Der ganze Morgen wurde damit verbracht, dass zwei Teams bestehend aus fünf Lehrern, deren Füße zusammengebunden waren, gegeneinander um die Wette liefen. Mein Team war zwar etwas langsam, dafür stimmte der Teamgeist und gestürzt sind wir im Gegensatz zu manch anderen Teams auch nicht. Anschließend ging es mit einem etwas überfüllten Auto zu einem etwas außerhalb der Stadt liegenden Restaurant, wo wir erstmals die Schlachtung eines Huhnes hautnah miterlebt haben. Zu Mittag haben wir dann, nennen wir es Matschreis mit Hühnerstückchen gegessen, was zwar nicht ansehnlich, allerdings auch nicht sonderlich geschmeckt hat. Immerhin hat es gesättigt und da wir nichts zum Frühstück gegessen hatten, kam mir das doch sehr gelegen. Daraufhin ging es zu Mister Li, wo wir den Nachmittag mit typisch chinesischen Gesellschaftsspielen verbracht haben. Abends wurde dann mit dem gefühlt ganzem Kollegium samt Familien der Schule im selben Restaurant wie mittags zu Abend gegessen. Es gab pro Tisch eine Hühnersuppe in der mindestens zwei ganze Hühnchen untergebracht wurden. Köpfe schwammen genauso im Topf wie die Beine, welche übrigens nicht all zu schlecht geschmeckt haben. Nebenbei wurden Philipp und ich von zwei kleinen Mädchen auf Trap gehalten, die uns äußerst witzig und interessant fanden. Zum Beispiel fesselten sie mir einmal die Hände und präsentierten mich stolz ihren Eltern, welche sich äußerst darüber amüsierten. Ich fand das zu dem Zeitpunkt nicht mehr so entspannt, da ich wirklich sehr dringend auf die Toilette wollte, die Mädchen dies allerdings nicht verstanden haben. Abgesehen davon floss reichlich Alkohol bei der Veranstaltung. So kam von links stets Nachschub an Bier, sobald das alte leer war, was meistens nicht sehr lange gedauert hat, da praktisch jeder mit uns mindestens einmal anstoßen wollte. Von rechts gab es dann Reisschnapps mit dem man immer wieder zwischen den Bierrunden anstoßen musste. Allem in allem denke ich haben wir uns ganz gut geschlagen. Das Trinken ist noch schwerer auszuschlagen als das Rauchen, was beides sehr beliebt unter chinesischen Männern ist. Daher waren Philipp und ich deutlich erleichtert, als sich die Veranstaltung gegen 20:00Uhr aufgelöst hat. Dann noch schnell mit einem Lehrer in die Stadtmitte fahren lassen, wo wir uns mit den anderen Freiwilligen trafen. Ich bin sehr froh und zufrieden, dass unsere Englischlehrer verhältnismäßig viel mit uns unternehmen, da die Anderen im Gegensatz zu uns den Tag ohne ihrer Lehrer/Kollegen verbrachten. In unserem Stammsaftladen, trafen wir dann noch eine Gruppe von Chinesen mit denen wir dann ebenfalls angestoßen hatten. Der mir sympathischste hieß Ying Yong Bin und wir verständigten uns auf Englisch, sowie Chinesisch. Darf man meinen Mitfreiwilligen glauben, waren meine Chinesischkenntnisse ausgesprochen gut zu dem Zeitpunkt. Ich schätze ich mach erste Fortschritte in der Kommunikation, aber das wird sich ja noch die nächsten Tage zeigen.


Pascal

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Erste Tage!

Hallo Ihr! 

Die ersten Tage hier in Lanping sind wirklich stark! Deshalb hoffe ich, es in irgendeine Form an euch weitergeben zu können.


Am Montag begann der Tag für uns gegen 12Uhr mittags. Eigentlich war halb neun geplant, aber die Müdigkeit auf Grund des Jetlags war dann doch zu groß. Auf jeden Fall sind wir, Philipp und ich, in die Stadt gegangen, nach dem wir eine kleine Inspektion, der in der Wohnung vorhandenen Gegenstände vorgenommen hatten. Schnell eine Liste angefertigt und dann los. Wir beschlossen uns die Seiten-und Nebengassen der Stadt zuerst anzuschauen. Unterwegs stießen wir auf sehr saubere, allerdings zumeist auf eher dreckige und stinkende Straßen. Generell ist es so, dass einem von jetzt auf gleich ein sehr stechender unangenehmer Geruch in die Nase stechen kann und dieser nach zwei weiteren Metern bereits verflogen ist. Ich schätze daran werde ich mich das Jahr über nicht gewöhnen können. Bei dem Versuch etwas Schmörkelpapier für die splittrigen Holzoberflächen zu besorgen stießen wir auf die ersten großen Sprachbarrieren. Ich verstand einfach nicht den Preis, den die Verkäuferin nannte, da sie 'shi' (zehn) wie 'si' (vier) ausgesprochen hatte, was aber der örtliche Dialekt ist und auch für ihre aufgeschriebenen Sätze fehlten mir wichtige Vokabeln. Nach einer gefühlten Ewigkeit hat es dann doch geklappt. Beim Spazieren gehen fielen uns die recht hohe Anzahl an Volkswagen auf, aber auch Audi und BMW sind verhältnismäßig häufig vertreten. Das verleiht einem ja doch das Gefühl von etwas Heimat hier in der Ferne. Außerdem haben wir zwei wirklich bequeme Hocker für uns Wohnzimmer gefunden und einen neuen Kleiderschrank fürs Schlafzimmer, da einer leider kaputt war. Nachmittags trafen wir uns dann noch mit den anderen Freiwilligen und dem Verlängerer Leonard, der bereits ein Jahr in Lanping ist. Dieser zeigte uns einen wirklich guten Fruchtsaftladen in dem man wirklich leckerere frisch gepresste Säfte bekommt. Als Auswahlmethode haben wir uns für den Zufall entschieden in dem wir einfach auf irgendeine Nummer der Karte zeigen und uns überraschen lassen. Außerdem trafen wir Mike, einen wirklich witzigen Chinesen mit dem wir zu Abend gegessen haben. Anschließend gingen wir zum Park in der Stadtmitte, wo täglich abends traditionelle Tänze getanzt werden. Dabei hält man sich an den Händen und tanzt im Kreis zumeist recht simple Schrittfolgen. Sprich: Kurz zugeschaut und dann mit viel Enthusiasmus mit eingestiegen oder irgendwelche Chinesen haben einen mit einbezogen, so dass man eigentlich kaum eine Wahl hatte. Es war wirklich sehr cool, hat viel Spaß gemacht und auf einer Höhe von etwa 2200m auch sehr anstrengend. Angeblich gewöhnt man sich nach etwa einem Monat an die dünnere Luft hier,was ich für mich persönlich auch sehr hoffe. Ausdauer?! Hier für mich derzeit noch ein Fremdwort. Achja, am Montag war zugleich auch das Mondfest, was dem deutschen Erntedankfest ähnelt an dem auch die berühmte chinesische Mondkuchen gegessen wird. Wir haben uns auch welchen geholt, probiert und festgestellt, dass dieser uns nicht sonderlich schmeckt, da dieser viel zu trocken ist. Ebenso haben wir die Entscheidung getroffen, dass wir uns alle ein Streifenhörnchen kaufen und aufziehen werden, welche in wirklich winzigen Käfigen gehalten werden. Ich finde die Idee wirklich super, bin aber auch gespannt welches Streifenhörnchen am längsten überleben wird.


Nun zum Dienstag: Am Dienstag standen wir um 10:00 auf, da wir uns 11:00 mit den anderen am Baumhaus-Altkleidercontainer treffen wollten, da noch praktisch alle außer mir eine chinesische SIM-Karte und Nummer brauchten. Auf dem Weg durch die Stadt fiel uns ein Pizzaladen auf. Alle Lust auf Pizza gehabt, also schnell rein und bestellt in dem wir auf die Bilder gezeigt haben. Ich suchte mir das Bild mit Banane auf Pizza aus. Ich mein, Probieren geht über Studieren, speziell in China. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann auch die Pizza, nur irgendwie ohne Banane, aber mit diversen anderen mit Käse überbackenen Früchten. Auch wenn man in diesem Fall eher von einem mit Käse überbackenen Fruchtsalat auf Teig reden sollte, war es erstaunlich lecker. Leider hätte ich für die 38Yuan, umgerechnet knapp 5€, 4 Mahlzeiten für haben können. Daraufhin sind wir wieder zurück zum bereits mehr als vollen Baumhauscontainer und haben diesen entleert. Die Kleidung werden wir dann im Laufe des Jahres hoffentlich an Bedürftige verteilen können. Während David und Simon mit der Kleidung im Taxi zu ihrer Schule gefahren sind, ist der Rest nach Jinding zu Till und Leon. Deren Wohnung ist im Gegensatz zu unserer vollkommen möbliert, allerdings hat diese kein Bad oder WC. Daher muss man auf die öffentlichen Schülertoiletten. Diese muss man auch nicht sonderlich Suchen, da man einfach nur der Nase, beziehungsweise dem Gestank nachgehen muss. Diese Toiletten gehören wirklich zu einer der ekligsten Erfahrungen in einer sehr langen Zeit, da ich mich bei den Toiletten angekommen fast vom Gestank hätte übergeben müssen. Selbst während meines Indienaustausches musste ich nicht so etwas erleben. Naja, auch die Erfahrung war es wert, da ich jetzt unsere eigene Wohnungstoilette wirklich zu lieben gelernt habe. In Jinding haben wir als Gruppe beschlossen, dass wir auf verschiedenste Sache wetten möchten, wie zum Beispiel wer zuerst Magendarm hat. Für das Wetten bin ich Feuer und Flamme, da es wirklich witzig ist! Außerdem festgestellt, dass die Chinesen es nicht sonderlich genau mit der Uhrzeit nehmen und dass chinesischer Tee deutlich besser ist als Deutscher. Ich kann mir durchaus vorstellen hier zum Teetrinker zu werden, zu mal es hier kaum Kaffee zu kaufen gibt. Pläne zum Kaufen eines Teesets mit Kanne stehen bereits! Am Abend kamen wir dann endlich auch dazu, unsere Taschen auszuräumen, was ein gutes Gefühl ist, endlich ausgepackt und in der Wohnung angekommen zu sein! 


Bis dann, euer Pascal! 


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Anreise

Hallo Ihr, 


Am Donnerstag dem 04. September 2014 machten sich meine 23 Mitfreiwilligen und ich von Frankfurt aus auf den Weg Richtung China. Während des Fluges nach Kunming, die Provinzhauptstadt der Provinz Yunnan, mit Zwischenstop in Hongkong schauten wir Filme, unterhielten uns oder schliefen. In Kunming wurden wir von Herrn Duan und Frau Wang empfangen. Dort aßen wir zu Abend traditionelle chinesische Nudelsuppe, die allerdings nur den wenigstens geschmeckt hat, ich diese jedoch als lecker empfand. Anschließend liefen wir noch kurz auf der Straße rum, wo wir vom ersten Chinesen nach einem Bild gefragt wurden, dass Simon, ein Freiwilliger chinesischer Abstammung, schießen durfte, da dieser nur wenig Beachtung fand. Daraufhin gingen früh schlafen, da es am nächsten Morgen nach Liuku weiterging. Mit dem Linienbus ging es dann knapp elf Stunden zwischen höher werdenden Bergen und wunderschöner subtropischer grüner Natur Richtung Liuku. Als wir dort abends um 19Uhr angekommen waren, wurden wir von unseren betreuenden Englischlehrern empfangen. In unserem Fall, das sind mein Partner Philipp und ich, waren dies Mister Li und Mister Zhang. Koffer schnell ins Auto gepackt und ins Hotel bevor wir in ein nahe gelegenes Restaurant sind. Es gab allerlei Köstliches wie zum Beispiel Hirn welches vermutlich vom Schwein stammte. Mit Erstaunen stellten wir fest, dass es vollkommen normal ist, Knochen und andere Abfälle einfach auf dem Boden zu schmeißen, was sich als sehr spaßig herausgestellt hat und unbedingt auch in Deutschland eingeführt werden sollte! Am Sonntagmorgen fuhren wir dann mit dem Auto über schmale Bergpässe nach Lanping. Aus der ursprünglich fünf Stunden langen Fahrt, so Mister Li und Mister Zhang wurden im Endeffekt acht Stunden. Der Weg führte auf engen zum Teil von Erdrutschen nur halbbefahrbaren Bergstraßen durch unzählige Dörfer. Zumeist war es aber so, dass auf der einen Seite der Berg und auf der anderen Seite der steile Abhang war am dessen Ende der reißende Nujiangriver (zu deutsch: Wilder Fluss) waren. Interessant ist es auch, dass vor einer Kurve lediglich gehupt und nicht gebremst wird und das bei fehlenden Anschnallgurten, was einen zusätzlichen Adrenalinkick gibt. Ebenso überraschend waren gelegentlich Ziegen-und Kuhherden die hinter einer Kurve plötzlich die Straße versperrten.Die Landschaft unterwegs und in Lanping ist wunderschön. Die Berge sind grün bedeckt, die Luft rein und Lanping hat sich bei unserer Ankunft als für chinesische Verhältnisse wirklich sauber herausgestellt. Nachdem wir dann in unserer Wohnung bei der Lanping Yi Zhong angekommen waren, ging es auch schon mit einigen Englischlehrern ins beste Restaurant der Stadt, wo man die Knochen und Abfälle natürlich nicht auf den Boden geschmissen hat. Das Essen war "feichang haochi", außerordentlich köstlich.Auffallend ist, dass man wirklich häufig Zigaretten angeboten bekommt und komisch angeschaut wird, wenn man diese ablehnt, da nach Mister Zhang das Rauchen zu einem chinesischen Mann gehören würde. Daraufhin sind wir mit Sharon, einer Englischlehrerin, zu einem China Mobile Shop gegangen um uns chinesische SIM-Karten zu besorgen bevor wir glücklich und erschöpft in unsere Betten, besser gesagt auf unseren Holzbrettern eingeschlafen sind. So bin ich nach 13 Stunden Flug, über 700km und 18 Stunden Bus-und Autofahrt endlich in meinem vorübergehenden Zuhause angekommen. 


Bis dann, euer Pascal! 


PS: Bilder kommen noch! 

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