DaHua

Es war mal wieder Zeit für eine Kleiderverteilung, dachten sich meine Mitfreiwilligen und ich. Deshalb fuhren wir am Anfang April mit unserem Projektleiter Julian und seiner Freundin Vicky in ihr Heimatdorf DaHua. Dort besuchten wir zwei Grundschulen an die wir schließlich auch verteilen wollten. Zusätzlich hatten wir erfahren, dass es drei Bergschulen gäbe, die noch bedürftiger sein sollten, als die Schulen, die wir gesehen hatten. Wir beschlossen gegen Ende des Monats wiederzukommen, da uns gesagt wurde, dass das Dorf bald komplett abgerissen werden sollte, da dort ein Staudamm entstehen sollte. Daher waren wir auch gespannt, wie das Dorf in drei Wochen wohl Aussehen würde, da zu dem Zeitpunkt bereits einige Häuser abgerissen waren und generell kaum noch irgendein Laden und nur noch ein Restaurant offen hatte.

Am 28.04 war es nun soweit. Wir fuhren mit einem voll beladenen Laster und unseren Mitfreiwilligen Janno und Jost, welche extra aus Liuku angereist kamen, nach Dahua. Mit hohen Erwartungen, dass kaum noch ein Stein auf dem Anderen stehen würde, fuhren wir hin und…wurden enttäuscht. Es sah praktisch genauso aus wie vorher. Darüber machten wir uns allerdings nur kurz Gedanken, da unsere Fahrerin, die Mal vorsichtig gesagt kein Talent zum Autofahren hatte, sich weigerte in die erste Bergschule zu fahren. Nicht einmal mehr Geld konnte sie dazu bewegen. Im Endeffekt waren wir auch recht froh darüber, da wir recht schnell einen Ersatz auftreiben konnten, auf dessen Ladefläche wir auf der Kleidung liegend hochfahren konnten, was wirklich hoch entspannt war!

Oben angekommen entluden wir einen Teil der Kleidung und fuhren anschließend mit einem kleinen Teil wieder runter, um diesen an 15 Waisenkinder zu verteilen bevor wir uns in einem Hotel zur Ruhe legten. Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich den Berg hochwandern, mussten allerdings von Regen einen Minibus nehmen. Dessen Reifen musste zuerst gewechselt werden , da einer geplatzt war, nachdem wir uns alle reingesetzt hatten. Schließlich ging es mit durchdrehenden Reifen die schmale schlammige Bergstraße hoch in der Hoffnung unterwegs nicht die Klippe runterzufallen. Wir stimmten alle überein, froh zu sein, nicht  die Fahrerin von vorigen Tag zu haben, als wir sicher oben ankamen. Während wir dann dort verteilten, schrien uns die Mädchen bei so manchen rosepinken Kleidungsstücken die Ohren voll, weil jeder es haben wollte. Dennoch einigten sie sich stets auf jemanden aus ihrer Gruppe, der es am besten stehen würde. Währenddessen kamen einige bestellte Maultiere und Esel an, auf die wir die restlichen Kleidungssäcke packten. Wieso keinen Transporter oder Auto? Es gab einfach keine Straße, die nach oben führte, sondern lediglich einen Wanderweg. Daher wanderten wir zwei Stunden den Berg hoch und bekamen dann dank der knallenden Mittagssonne all einen ordentlichen Sonnenbrand. Oben angekommen, warteten die Kinder der drei Bergschulen bereits in einer Reihe auf uns. Daher gönnten wir uns keine Pause und legten so schnell wie möglich los. Nach getaner Arbeit spielten wir noch einige Zeit mit den Kindern bevor wir abends die Zeit mit den Lehrern und Schulleitern die Zeit verbrachten. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Rückweg. Zuvor durften wir allerdings noch ein angebotenes Bier ausschlagen. Und das morgens um halb acht! 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0