Yingpan

Die Woche vor Weihnachten verbrachten wir in der Region Yingpan, zwei Autostunden von Lanping entfernt. Was haben meine Mitfreiwilligen und ich da bloß getan?


Wir führten unsere ersten Kleiderverteilungen durch, die an zwei Grundschulen und in einem Dorf namens Lagushan stattfanden.


Wie kam es dazu? Durch befreundete Schüler erfuhren wir über die Bedürftigkeit in der Region. Nachdem sich meine Mitfreiwilligen Leon, Till und Leo selbst ein Bild vor Ort gemacht hatten, entschieden wir uns dazu neben unserer Kleidung auch Bettgarnituren und Schuhe verteilen zu wollen. Diesbezüglich starteten wir unsere Schuhe-und Bettwäsche für Yingan-Spendenaktion. Hierbei möchte ich mich herzlich bei den zahlreichen Spendern bedanken! Währenddessen liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Wir sortierten die Kleidung, die von wohlhabenderen Chinesen hier in Lanping gespendet wurde. Wir organisierten den Transport, sowie den Zeitplan und Ablauf der Verteilungen. Wir suchten günstige Angebote für Bettgarnitur und Schuhe, um eine möglichst hohe Stückzahl kaufen zu können. Wir setzten uns mit Chinesen in Kontakt, die uns hilfreich zur Seite standen. Wir mussten unseren Schulen Bescheid geben, dass wir die Wochen nicht unterrichten konnten und und und…


Wir trafen uns am Dienstag, den 16.12.14, morgens an der Minzu Zhong Xue, wo auch unser Kleiderraum ist. Der um 07:00 bestellte Transporter war dann auch tatsächlich um Punkt 07:00Uhr da, was hier in China nicht als selbstverständlich zu sehen ist. Sehr überrascht, da wir mit einer Diskrepanz von ungefähr zwei Stunden gerechnet haben, machten wir uns rasch daran den Transporter zu beladen. Das erste Ziel war die Liancheng Grundschule. Das Ausladen ging deutlich schneller, da uns diesmal 200 tatkräftige Schüler zur Seite standen, die voller Enthusiasmus die Kisten und Säcke weggetragen haben. In einem von der Schule uns zur Verfügung gestellten Raum bereiteten wir dann die Kleidung vor und anschließend kümmerte sich ein jeder von uns jeweils um ein Kind. Dabei fiel auf, dass Mädchen wesentlich komplizierter einzukleiden waren als die Jungs und mit zunehmenden Alter auch deutlich wählerrischer waren, was mich teilweise fast verzweifeln lies. Abends gab es dann ein großes Festmahl mit dem Schulleiter und der Lehrerschaft, da extra für uns ein Schwein geschlachtet wurde, was wir dankend annahmen. Anschließend nochmal alles aufgeräumt und dann ins Bett, schließlich ging es am nächsten Morgen weiter. Nach dem der neue Transporter mit der restlichen Kleidung mit Hilfe unserer 200 Helfer beladen war, ging es über unbebaute, schlammige Bergstraßen hoch zum nächsten Etappenziel: Lagushan. Der Ablauf war derselbe, wie am Tag zuvor. Vorbereitung der Kleidung, Bettwäsche und Schuhe mit anschließender Verteilung. Hier waren die Umstände im Vergleich zu Liancheng deutlich schlechter. Zum Glück hatten wir noch genug Kinderkleidung für den Tag eingeplant, so dass wir wirklich die Kleidung praktisch fast rausgeschmissen haben, so schnell ging die weg. Hier waren die Mädchen auch nicht ganz so wählerisch, wodurch es mir deutlich mehr Spaß bereitete. Lediglich stark negativ aufgefallen ist uns ein Lehrer, der stets einen Gummiknüppel bei sich trug und auch die Kinder teilweise schlug, weshalb wir ihn auch mieden. Schließlich können wir als fremde Jugendliche ohne jegliche Autorität bei den Erwachsenen, denen nichts vorschreiben. Als dann jegliche Kinderkleidung vergriffen war, begannen wir jegliche Erwachsenenkleidung à la Primark auf Wühltischen zu verteilen, da wir die Erwachsenen nicht wie die Kinder an der Hand in den Raum hineinführen können. Wir legten zwar fest, wer wie viel von welchem Kleidungsstück mitnehmen darf, daran gehalten haben sich die Erwachsenen aber rein gar nicht. So schmuggelten sie Kleidungsstücke aus den Fenstern, nahmen sich viel zu viel oder kamen irgendwann einfach nochmal und da die ansässigen Lehrer dies unterstützen, schauten wir lediglich zu, dass es nicht zu krasse Ausmaße annahm. Auf jeden Fall war die Kleidung in Lagushan sehr sinnvoll, ebenso wie die Bettgarnitur, da es in der Nacht zum Donnerstag schneite. Daher kann man sagen, dass die Verteilung gerade zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt wurde! Am Donnerstag ging es dann mit dem Minibus nach Songbai, wo wir noch Zahnbürsten und Zahnpasta verteilten und den Kindern in einem Schauspiel veranschaulichten, wieso man die Zähne putzen sollte, aber das gemeinsame Zähneputzen fiel auf „Grund“ von Unterricht aus. Eventuell werden Leon und ich dann aber noch eine Woche dort Leben und dies regelmäßig mit den Kindern machen. Bin schon gespannt drauf!


Zusammenfassend kann man sagen, dass Lagushan zwar deutlich ärmer und bedürftiger war als Liancheng, das jedoch war deutlich zivilisierter und strukturierter! Sinnvoll war es aber auch auf alle Male!


Bilder gibt es natürlich auch zu sehen! 

Bis zum nächsten Mal! 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    ren (Mittwoch, 21 Januar 2015 12:15)

    well done!