Visumsverlängerung 

Hallo Ihr,

da mein Visum hier in China zum 04.12.14 ausläuft, musste ich gemeinsam mit allen anderen aus Lanping extra nach Liuku reisen, um dort ein neues Visum zu beantragen. Wir bekamen dafür von unserer Schule eine Woche frei, so dass wir bereits früher als eigentlich geplant in den Bus Richtung Liuku gestiegen sind. Nach knapp acht Stunden Fahrt und 1500m Höhenunterschied erwarteten uns sommerliche Temperaturen. Ich war viel zu dick angezogen, da Lanping deutlich kälter ist als das subtropische Liuku. Der erste Eindruck der Stadt war, dass es wesentlich höher, enger und voller bebaut ist als Lanping. Dieser bestätigte sich im Verlauf unseres Aufenthalts. Ansonsten ist die Stadt durch den Nujiangfluss, dessen Promenade wirklich sehr schön ist, in einen Ost-und Westteil geteilt. Auf der Westseite befinden sich hauptsächlich Wohnviertel und Schulen, während auf der Ostseite die Shoppingmeile ist und auch das Nachtleben stattfindet.  Auch gibt es einige Slums mit sehr armen Bewohnern, dessen Kinder auf der Straße Müll sammeln. Diesbezüglich gibt es in Liuku auch das Slumkids-Projekt, wodurch einigen dieser Slumkids eine Schulausbildung ermöglicht wird, die sie sonst nie eine erhalten würden. Geschlafen haben Philipp und ich bei unseren Mitfreiwilligen Janno und Jost, die an der Shiyan Grundschule unterrichten. Zumindest tut dies derzeit noch Janno, da Jost auf Grund eines gebrochenen Beines vorerst vom Unterricht befreit ist. Vom Balkon der Wohnung aus hat man eine wundervolle Aussicht über die Stadt. Auch war es überhaupt nicht tragisch und eine interessante Erfahrung, dass sich die Toilette 100m außerhalb der Wohnung befand. Wenn man dann mal nachts dringend aufs Klo musste, hat man sich daher doppelt überlegt, ob man das T-Shirt noch anzieht oder dieses einfach weg lässt, da der Weg auf Grund des dunklen Treppenhauses deutlich länger ausfiel als ursprünglich angedacht. Das Essen unterschied sich im Vergleich zu Lanping von den Gerichten zwar kaum, geschmacklich war es aber irgendwie nicht annähernd so gut wie "daheim" in Lanping. Eine Ausnahme machten dabei die Baozi, welche man als gefüllte Dampfnudeln umschreiben kann, sowie der Ananasreis, den wir in einem Minderheitenrestaurant gekostet haben. Die Visumsverlängerung an sich war rein bürokratischer Natur und der einzige mir ersichtliche Grund, dass wir dafür extra nach Liuku mussten war, dass sie vor Ort ein aktuelles Foto von uns geschossen haben.  Ansonsten haben wir uns den Unterricht der anderen Freiwilligen angeschaut, um Ideen für den eigenen Unterricht zu gewinnen und sind auch ein wenig unserer Projektarbeit nachgegangen. Was haben wir sonst so die Woche dort unternommen? Gemeinsam mit Jost und Janno sind wir einmal zum Sichuan-Hotpot essen eingeladen worden. Hotpot ist eine Variante Essen zu gehen, bei der du dein Essen roh bekommst und dieses praktisch selbst erst in einem Topf kochst. Sichuan hingegen ist eine Provinz Chinas, die für ihre scharfe Küche bekannt ist. Dementsprechend hat der Mund auch gebrannt, habe es mir aber ehrlich gesagt schärfer vorgestellt. Außerdem waren wir mit der gesamten Gruppe auch einmal im KTV und haben auch einmal zusammen mit befreundeten Chinesen gekocht. Es war eine echt angenehme Woche in Liuku, dennoch bin ich echt froh darüber wieder im kalten heimischen Lanping zu sein!


Bilder findet ihr hier!


Pascal

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