Tigersprung-Schlucht

Wie bereits im vorherigen Beitrag erwähnt, nutzen wir die Schulferien zum Reisen. So sind wir dann nach der Bergbesteigung am Donnerstagmorgen mit dem Bus vier Stunden nach Lijiang gefahren, wo wir dann den Tag verbrachten. Die Stadt ist sehr touristisch. Es gibt ungefähr fünf Arten an Geschäften in denen man überteuerte Ware kaufen kann. So gab es lediglich eine schier unendlich große Anzahl an Tücher,-Trommel-und Schmuckläden, die neben den zahlreichen Yakfleischständen und den Restaurants existierten. Im Grunde wiederholten sie sich bloß in unterschiedlichen Reihenfolgen, was einem aber erst nach geraumer Zeit aufgefallen ist. Als Attraktionen konnte man auch Bilder mit einem Alpaka, Adler und oder kostümierten Affen machen oder sich im KFC, McDonald’s oder Pizza Hut gemütlich einen Burger oder eine Pizza gönnen. Neben der vergebenen Möglichkeit zum ersten Mal seit einem Monat einen BigMac zu essen, sahen wir auch zum ersten Mal wieder Europäer und Amerikaner, welche wir stets mit einem lauten Jubel begrüßt haben. Recht früh ging es dann aber auch zurück ins Hotel.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter zu unserem eigentlichen Ziel, der Tigersprung-Schlucht! Unser Ziel war es zwei Tage durch sie durch zu wandern. Wieso fährt man einige Stunden Bus, um zu wandern, obwohl man es auch direkt vor der Haustür kann? Wegen der atemberaubenden Natur, lautet die Antwort! Hoffentlich können euch die Bilder den selbigen Eindruck vermitteln. Auf jeden Fall wanderten wir vormittags los und hatten direkt zu Beginn, bei glühender Hitze, den steilsten Part der Route zu bewältigen. Zum Glück hatte ich meinen Strohhut auf und genügend Wasser mitgenommen. Unterwegs gab es dann immer wieder kleine Verkaufsstände mit überteuerten Preisen, so schlau wie die Chinesen sind, befanden sich die Stände stets an irgendwelchen Höhepunkten der Strecke, so dass man dann etwas erschöpft und hungrig doch mal einen Apfel oder ein Snickers geholt hat. Ansonsten führte uns der Weg durch einige kleiner Bergdörfer, vorbei an einigen Wasserfällen und das häufig auf schmalen Pfaden, links eine steile Bergwand und rechts ging es genauso steil weiter runter. Ich bezweifele, dass man so etwas in Deutschland finden würde, da der Weg nie in irgendeiner Form gesichert gewesen ist. Unterwegs trafen wir ein paar Schweden, Italiener und zahlreichen Franzosen mit denen man sich immer wieder irgendwo traf und unterhielt. Planmäßig hätten wir gegen 20:00Uhr in unserem Wunschhostel ankommen sollten. Da wir allerdings etwas länger brauchten als geplant und wir im Dunkeln den falschen Pfad gewählt haben, entschieden wir uns spontan für ein anderes, wo wir gemeinsam mit paar Schweden um 21:00Uhr angekommen waren. Am nächsten Morgen ging es dann nach einem kurzen Frühstück weiter. Es ging runter zum reißenden Fluss, um einige Bilder am Tigersprungstein zu machen. Anschließend ging es in der Mittagssonne wieder bergauf. Wären wir doch mal etwas früher losgelaufen. Auf dem Weg nach oben gab es auch eine circa 15m hohe Leiter, die allerdings nicht den stabilsten Eindruck auf mich machte. So bestiegen wir ungesichert, mit unseren Rücksäcken beladen, gleichzeitig zu fünft diese Leiter. Auch wenn die Aussicht von da wirklich der Hammer war, schäme ich mich nicht zu sagen, dass meine Knie doch etwas gezittert haben. Ansonsten war der Weg nach oben auf Grund der Sonne sehr schweißtreibend und ich blickte mit großer Vorfreude aufs nahende Mittagessen, allerdings verschwand diese rasch, da die Kellnerin irgendwie Leon und mir nichts zu essen gebracht hat. Da wir noch zu einem Wasserfall wollten, haben wir dann nicht noch extra was bestellt. Den Wasserfall nutzten wir dann zum „Duschen“. Gefühlt hätte das Wasser längst gefroren sein müssen, war daher aber auch sehr erfrischend und belebend! Anschließend ging es hellwach im Bus zurück nach Lijiang, wo wir noch dem Abend verbrachten, der dann leider etwas unglücklich im Krankenhaus endete. Auf dem Weg zurück ins Hotel passierte es. Philipp lief etwas schneller, um seinen Rückstand zu uns aufzuholen, da er stehen blieb, um nur „ein“ Foto zu machen. Da es zuvor stark regnete, war der Boden nass, Philipp rutschte dann mit seinem Kameraequipment in der Hand aus, blieb an einem Stein hängen und fiel vorwärts auf den Kopf. Platzwunde. Mit den Händen konnte er sich ja nicht, auf Grund des Kameraequipments, abstützen. Lieber Kopf als Kamera kaputt. Das nenne ich Liebe! So verbrachten wir noch insgesamt knapp zwei Stunden damit zum Krankenhaus zu kommen, die Wunde mit vier Stichen nähen zu lassen und wieder zurück ins Hotel zu kommen. Gar nicht so leicht in einem fremden Land und in einem Krankenhaus, wo jeder Schwester einen zur nächsten Station schicken möchte. Am nächsten Morgen ging es dann auch schon wieder zurück nach Lanping, schließlich waren die Ferien auch schon wieder rum und am Montag begann für Philipp und mich wieder der Unterricht!

 

 

 

 

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