Teacher's Day

Mittwoch, 10.09.2014, Teacher's Day, der nächste Nationalfeiertag während meines Aufenthaltes hier. Ich hinterfrage es wirklich, ob es notwendig ist, diesen Feiertag zu haben. Theoretisch kann man ja demnach für jeden Berufszweig einen separaten Feiertag einführen. Wir trafen uns gegen 8:30 morgens mit Sharon, einer Englischlehrerin, am Sportplatz. Dort waren auch schon viele andere Lehrer versammelt. Der ganze Morgen wurde damit verbracht, dass zwei Teams bestehend aus fünf Lehrern, deren Füße zusammengebunden waren, gegeneinander um die Wette liefen. Mein Team war zwar etwas langsam, dafür stimmte der Teamgeist und gestürzt sind wir im Gegensatz zu manch anderen Teams auch nicht. Anschließend ging es mit einem etwas überfüllten Auto zu einem etwas außerhalb der Stadt liegenden Restaurant, wo wir erstmals die Schlachtung eines Huhnes hautnah miterlebt haben. Zu Mittag haben wir dann, nennen wir es Matschreis mit Hühnerstückchen gegessen, was zwar nicht ansehnlich, allerdings auch nicht sonderlich geschmeckt hat. Immerhin hat es gesättigt und da wir nichts zum Frühstück gegessen hatten, kam mir das doch sehr gelegen. Daraufhin ging es zu Mister Li, wo wir den Nachmittag mit typisch chinesischen Gesellschaftsspielen verbracht haben. Abends wurde dann mit dem gefühlt ganzem Kollegium samt Familien der Schule im selben Restaurant wie mittags zu Abend gegessen. Es gab pro Tisch eine Hühnersuppe in der mindestens zwei ganze Hühnchen untergebracht wurden. Köpfe schwammen genauso im Topf wie die Beine, welche übrigens nicht all zu schlecht geschmeckt haben. Nebenbei wurden Philipp und ich von zwei kleinen Mädchen auf Trap gehalten, die uns äußerst witzig und interessant fanden. Zum Beispiel fesselten sie mir einmal die Hände und präsentierten mich stolz ihren Eltern, welche sich äußerst darüber amüsierten. Ich fand das zu dem Zeitpunkt nicht mehr so entspannt, da ich wirklich sehr dringend auf die Toilette wollte, die Mädchen dies allerdings nicht verstanden haben. Abgesehen davon floss reichlich Alkohol bei der Veranstaltung. So kam von links stets Nachschub an Bier, sobald das alte leer war, was meistens nicht sehr lange gedauert hat, da praktisch jeder mit uns mindestens einmal anstoßen wollte. Von rechts gab es dann Reisschnapps mit dem man immer wieder zwischen den Bierrunden anstoßen musste. Allem in allem denke ich haben wir uns ganz gut geschlagen. Das Trinken ist noch schwerer auszuschlagen als das Rauchen, was beides sehr beliebt unter chinesischen Männern ist. Daher waren Philipp und ich deutlich erleichtert, als sich die Veranstaltung gegen 20:00Uhr aufgelöst hat. Dann noch schnell mit einem Lehrer in die Stadtmitte fahren lassen, wo wir uns mit den anderen Freiwilligen trafen. Ich bin sehr froh und zufrieden, dass unsere Englischlehrer verhältnismäßig viel mit uns unternehmen, da die Anderen im Gegensatz zu uns den Tag ohne ihrer Lehrer/Kollegen verbrachten. In unserem Stammsaftladen, trafen wir dann noch eine Gruppe von Chinesen mit denen wir dann ebenfalls angestoßen hatten. Der mir sympathischste hieß Ying Yong Bin und wir verständigten uns auf Englisch, sowie Chinesisch. Darf man meinen Mitfreiwilligen glauben, waren meine Chinesischkenntnisse ausgesprochen gut zu dem Zeitpunkt. Ich schätze ich mach erste Fortschritte in der Kommunikation, aber das wird sich ja noch die nächsten Tage zeigen.


Pascal

Kommentar schreiben

Kommentare: 0