Erste Tage!

Hallo Ihr! 

Die ersten Tage hier in Lanping sind wirklich stark! Deshalb hoffe ich, es in irgendeine Form an euch weitergeben zu können.


Am Montag begann der Tag für uns gegen 12Uhr mittags. Eigentlich war halb neun geplant, aber die Müdigkeit auf Grund des Jetlags war dann doch zu groß. Auf jeden Fall sind wir, Philipp und ich, in die Stadt gegangen, nach dem wir eine kleine Inspektion, der in der Wohnung vorhandenen Gegenstände vorgenommen hatten. Schnell eine Liste angefertigt und dann los. Wir beschlossen uns die Seiten-und Nebengassen der Stadt zuerst anzuschauen. Unterwegs stießen wir auf sehr saubere, allerdings zumeist auf eher dreckige und stinkende Straßen. Generell ist es so, dass einem von jetzt auf gleich ein sehr stechender unangenehmer Geruch in die Nase stechen kann und dieser nach zwei weiteren Metern bereits verflogen ist. Ich schätze daran werde ich mich das Jahr über nicht gewöhnen können. Bei dem Versuch etwas Schmörkelpapier für die splittrigen Holzoberflächen zu besorgen stießen wir auf die ersten großen Sprachbarrieren. Ich verstand einfach nicht den Preis, den die Verkäuferin nannte, da sie 'shi' (zehn) wie 'si' (vier) ausgesprochen hatte, was aber der örtliche Dialekt ist und auch für ihre aufgeschriebenen Sätze fehlten mir wichtige Vokabeln. Nach einer gefühlten Ewigkeit hat es dann doch geklappt. Beim Spazieren gehen fielen uns die recht hohe Anzahl an Volkswagen auf, aber auch Audi und BMW sind verhältnismäßig häufig vertreten. Das verleiht einem ja doch das Gefühl von etwas Heimat hier in der Ferne. Außerdem haben wir zwei wirklich bequeme Hocker für uns Wohnzimmer gefunden und einen neuen Kleiderschrank fürs Schlafzimmer, da einer leider kaputt war. Nachmittags trafen wir uns dann noch mit den anderen Freiwilligen und dem Verlängerer Leonard, der bereits ein Jahr in Lanping ist. Dieser zeigte uns einen wirklich guten Fruchtsaftladen in dem man wirklich leckerere frisch gepresste Säfte bekommt. Als Auswahlmethode haben wir uns für den Zufall entschieden in dem wir einfach auf irgendeine Nummer der Karte zeigen und uns überraschen lassen. Außerdem trafen wir Mike, einen wirklich witzigen Chinesen mit dem wir zu Abend gegessen haben. Anschließend gingen wir zum Park in der Stadtmitte, wo täglich abends traditionelle Tänze getanzt werden. Dabei hält man sich an den Händen und tanzt im Kreis zumeist recht simple Schrittfolgen. Sprich: Kurz zugeschaut und dann mit viel Enthusiasmus mit eingestiegen oder irgendwelche Chinesen haben einen mit einbezogen, so dass man eigentlich kaum eine Wahl hatte. Es war wirklich sehr cool, hat viel Spaß gemacht und auf einer Höhe von etwa 2200m auch sehr anstrengend. Angeblich gewöhnt man sich nach etwa einem Monat an die dünnere Luft hier,was ich für mich persönlich auch sehr hoffe. Ausdauer?! Hier für mich derzeit noch ein Fremdwort. Achja, am Montag war zugleich auch das Mondfest, was dem deutschen Erntedankfest ähnelt an dem auch die berühmte chinesische Mondkuchen gegessen wird. Wir haben uns auch welchen geholt, probiert und festgestellt, dass dieser uns nicht sonderlich schmeckt, da dieser viel zu trocken ist. Ebenso haben wir die Entscheidung getroffen, dass wir uns alle ein Streifenhörnchen kaufen und aufziehen werden, welche in wirklich winzigen Käfigen gehalten werden. Ich finde die Idee wirklich super, bin aber auch gespannt welches Streifenhörnchen am längsten überleben wird.


Nun zum Dienstag: Am Dienstag standen wir um 10:00 auf, da wir uns 11:00 mit den anderen am Baumhaus-Altkleidercontainer treffen wollten, da noch praktisch alle außer mir eine chinesische SIM-Karte und Nummer brauchten. Auf dem Weg durch die Stadt fiel uns ein Pizzaladen auf. Alle Lust auf Pizza gehabt, also schnell rein und bestellt in dem wir auf die Bilder gezeigt haben. Ich suchte mir das Bild mit Banane auf Pizza aus. Ich mein, Probieren geht über Studieren, speziell in China. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann auch die Pizza, nur irgendwie ohne Banane, aber mit diversen anderen mit Käse überbackenen Früchten. Auch wenn man in diesem Fall eher von einem mit Käse überbackenen Fruchtsalat auf Teig reden sollte, war es erstaunlich lecker. Leider hätte ich für die 38Yuan, umgerechnet knapp 5€, 4 Mahlzeiten für haben können. Daraufhin sind wir wieder zurück zum bereits mehr als vollen Baumhauscontainer und haben diesen entleert. Die Kleidung werden wir dann im Laufe des Jahres hoffentlich an Bedürftige verteilen können. Während David und Simon mit der Kleidung im Taxi zu ihrer Schule gefahren sind, ist der Rest nach Jinding zu Till und Leon. Deren Wohnung ist im Gegensatz zu unserer vollkommen möbliert, allerdings hat diese kein Bad oder WC. Daher muss man auf die öffentlichen Schülertoiletten. Diese muss man auch nicht sonderlich Suchen, da man einfach nur der Nase, beziehungsweise dem Gestank nachgehen muss. Diese Toiletten gehören wirklich zu einer der ekligsten Erfahrungen in einer sehr langen Zeit, da ich mich bei den Toiletten angekommen fast vom Gestank hätte übergeben müssen. Selbst während meines Indienaustausches musste ich nicht so etwas erleben. Naja, auch die Erfahrung war es wert, da ich jetzt unsere eigene Wohnungstoilette wirklich zu lieben gelernt habe. In Jinding haben wir als Gruppe beschlossen, dass wir auf verschiedenste Sache wetten möchten, wie zum Beispiel wer zuerst Magendarm hat. Für das Wetten bin ich Feuer und Flamme, da es wirklich witzig ist! Außerdem festgestellt, dass die Chinesen es nicht sonderlich genau mit der Uhrzeit nehmen und dass chinesischer Tee deutlich besser ist als Deutscher. Ich kann mir durchaus vorstellen hier zum Teetrinker zu werden, zu mal es hier kaum Kaffee zu kaufen gibt. Pläne zum Kaufen eines Teesets mit Kanne stehen bereits! Am Abend kamen wir dann endlich auch dazu, unsere Taschen auszuräumen, was ein gutes Gefühl ist, endlich ausgepackt und in der Wohnung angekommen zu sein! 


Bis dann, euer Pascal! 


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