Bergbesteigung

Der Donnerstag verlief recht ereignislos. Wir standen mal wieder recht spät zur Mittagszeit auf, gingen in die Stadt um noch einige Gegenstände für unsere Wohnung zu kaufen. Unter anderem Glühbirnen, Teppiche, Mülleimer und einen Heizstrahler, da unsere Wohnung wirklich sehr kühl ist, allerdings hauptsächlich schon mal für den Winter. Abends kochten wir dann gemeinsam bei Leon und Till in Jinding eine Reis-Gemüsepfanne chinesischer Art, sprich sehr scharf. Außerdem tauschten wir uns mit Nelly und Jonathan, zwei Freiwilligen in Liuku, aus und setzten unsere Wetten für das Jahr fest. Ebenso steht es nun fest, dass sich jeder von uns ein Streifenhörnchen zulegen wird! Das Highlight des Tages lag allerdings noch vor uns und zwar nahmen wir uns vor auf einen nahe gelegenen Berg zu steigen und dort die Nacht zu zu verbringen. Wir packten unsere Rucksäcke mit unseren Schlafsäcken, zogen warme Kleidung  und unsere Wanderschuhe an und machten uns auf den Weg. Zuerst galt es jedoch den Anfang der etwa 1400 Stufen umfassende Treppe beziehungsweise Aufstieg zu finden. So irrten wir zuerst durch enge Gassen der Stadt, dann auf irgendwelchen Trampelpfaden im Dunkeln. Der Weg nach oben war nur anstrengend und schweißtreibend. Eben wegen der hier dünneren Luft. Den Berg schätze ich auf etwas weniger als 3000m, allerdings wurden wir mit jedem bestiegenen Meter mit einer noch eindrucksvolleren Aussicht über Lanping und die umliegenden Dörfern belohnt. Oben schossen wir noch einige Gruppenbilder und zerstreuten uns anschließend über das Gelände an der Spitze des Berges, welches von scharfen Abgründen begrenzt wurde. ich suchte mir mit Till ein "gemütliches" Plätzchen, da wir alle vergessen hatten, mögliche Isomatten mitzunehmen. Nach einer ausgiebigen Unterhaltung machten wir den Entschluss uns dennoch auf dem steinharten unebenen Untergrund schlafen zu legen. Hierbei stellte ich fest, dass der eingepackte Schlafsack deutlich zu dünn ist und mich nicht ordentlich warm gehalten hat, speziell was das Auskühlen über den Boden angeht. Ich würde es schlicht als Fehlentscheidung deklarieren, da ich noch eine wärmeren Schlafsack zur Auswahl hatte, mich aber auf Grund des Gewichtes gegen ihn entschieden habe. Echt ärgerlich. Falls ich noch einen günstigen Schlafsack hier finden sollte, werde ich mir diesen vermutlich kaufen, da bald auch der Winter vor der Tür steht. Ich baue aber immer noch auf unsere elektrischen Heizstrahler. Der Sternenhimmel war wirklich atemberaubend, wie man ihn in Deutschland nicht häufig zu sehen bekommt. Die Nacht haben weder Till, noch ich wirklich dauerhaft ein Auge zu bekommen, stattdessen tauschten wir etwa jede halbe Stunde erneut paar Worte. Als wir um 06:00Uhr aufstanden waren unsere Sachen etwas durchnässt von außen, was vermutlich an der Wolkenbildung am Hang des Berges zu tun hat. Generell scheint hier die Luftfeuchtigkeit höher zu sein als in Deutschland. Wir beobachteten anschließend noch, wie es stets heller wurde und in der Stadt unten nach und nach die Lichter ausgingen, den Sonnenaufgang konnten wir allerdings auf Grund der mittlerweile entstandenen Wolkendecke nicht sehen. Schade, da es eigentlich einer der Hauptgründe dieses Ausfluges war. Als wir uns gegen 07:00Uhr auf den Weg Richtung Wohnung machten, kamen uns die ersten Chinesen auf der Treppe nach unten entgegen. Gegen 08:00 morgens lag ich dann endlich in meinem vergleichsweisem kuschelig weichem Bett daheim! Gott, war ich darüber glücklich! Es hat sich zwar definitiv gelohnt, aber das nächste Mal entweder besser ausgerüstet oder gar nicht mehr! 

 

Euer Pascal

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